Donnerstag, 9. August 2012

Und das Gefühl, welches sich Vermissen nennt, tritt in Form von roter Farbe aus meiner Haut.

Jetzt, wo du weg bist, fällt mir auf, wie sehr du mein Leben doch beeinflusst hast. Wie viel in meinem Leben nur aus dir bestand, wie viel mit dir verknüpft war. Fast jeder Mensch, der mir entgegenläuft erinnert mich in einer Weise an dich, jeder Gedanke ist nur ein Teil einer endlosen Kette aus Geistern, die am Ende doch bei dir endet. Alles, was ich tue, tue ich mit der aus Gedanken gebildeten Frage im Hinterkopf, was du wohl gerade machst. Ob du gerade vielleicht an mich denkst, oder ob du mich bereits aus deiner Erinnerung gelöscht hast. Ich frage mich, was wohl aus dem türkisen Schlüsselanhänger geworden ist und ob meine Handynummer noch irgendwo in deinem Kopf geschrieben steht. Und oft wünsche ich mir, ich hätte irgendetwas, was mir die Sicherheit gibt, dass du noch da bist. Dass es dich noch gibt, dass mir in irgendeiner Weise mitteilt, wie es dir geht. Doch wahrscheinlich würde ich es nicht aushalten, zu wissen, dass du irgendwo da draußen bist, dass du jetzt gerade irgendwo da draußen bist, irgendwo in dem schwarzen Nichts, gebaut aus Nacht und Melancholie, belebt durch Träume und dem Gefühl, welches sich Vermissen nennt. 

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