"Ich liebe dich. Liebst du mich auch?" - "Du weißt, dass ich das nicht kann."
Ich halte das Handy von meinem Ohr weg, starre auf das grelle Display und beobachte aus sicherer Entfernung, wie unser letztes Telefonat zu Ende geht. In meinem tränennassen Gesicht spüre ich die Worte, die versuchen, eines dieser unendlich großen Gefühle auszudrücken, die sich nicht beschreiben lassen, mein Herz ist müde geworden. Die Tasten meines Handys fangen auf einmal an, sich von selbst zu drücken. Ich mache es aus, nehme den Akku raus, versuche alles, doch es hört nicht auf. Durch meinen Geist huschen tausende Gedanken, jeder von ihnen angefüllt mit Selbsthass und dem Willen, dem Leben zu entfliehen. Ich sitze auf dem Boden zwischen alten Erinnerungen, zwischen lieblosen Gegenständen, während mein Verlangen, dir alles zu erklären, ins Unermessliche steigt. Doch wahrscheinlich würde nicht einmal mehr das noch Sinn machen, wahrscheinlich würdest du nichts von dem verstehen, was ich dir sagen würde. Ich stehe am Ende, es scheint nicht mehr weiterzugehen. Ein Abschnitt meines Lebens geht heute Nacht zu Ende, doch ich habe das Gefühl als würde dieser Abschnitt alles beinhalten, was jemals geschehen ist. Als würde ich ganz neu anfangen müssen, ohne irgendeinen Halt. Ohne irgendeinen Sinn, denn mein Sinn warst du. Mein Sinn, warum ich gelebt habe. Doch mein Sinn ging verloren, brach so plötzlich ab wie die Verbindung zwischen unseren Stimmen, die durch unsere Handys zueinander versucht hatten zu finden und die, obwohl sie sich gegenseitig gehört hatten, nie wirklich da waren.
Ich versuche zu realisieren, dass ich dich verloren habe.